Wie viel Rendite hat Gold pro Jahr gebracht?
Gold hat in den 50 Jahren von Ende 1975 bis Ende 2025 im Schnitt 7,1 % pro Jahr in US-Dollar gebracht, in Euro 6,1 %. Nach Abzug der Inflation blieben rund 3,4 % (Dollar) beziehungsweise 3,8 % (Euro) pro Jahr. Über die zehn Jahre bis Ende 2025 waren es sogar 14,9 % pro Jahr – vor allem wegen der Ausnahmejahre 2024 und 2025. Diese Durchschnitte verdecken, dass Gold auch Jahrzehnte ohne Gewinn hatte. Welche Rendite du bekommst, hängt fast vollständig davon ab, wann du kaufst und wann du verkaufst.
Der World Gold Council nennt für den Zeitraum seit 1971 bis Ende 2025 eine Rendite von 9 % pro Jahr in US-Dollar. Der Unterschied zu unseren 50 Jahren liegt am Startpunkt: Ende 1971 kostete Gold laut Weltbank im Monatsschnitt 43 US-Dollar, Ende 1975 schon 139 US-Dollar. Wer die frühen 1970er mitzählt, bekommt einen höheren Durchschnitt.
Woher stammen die Zahlen?
Wir haben selbst gerechnet, damit Dollar, Euro und Inflation auf derselben Grundlage stehen:
| Dezember | Gold in US-Dollar je Unze | Wechselkurs (Dezember-Schnitt) | Gold in Euro je Unze |
|---|
| 1975 | 139 | 2,6238 DM je US-Dollar | 186 (aus D-Mark umgerechnet) |
| 1995 | 387 | 1,4407 DM je US-Dollar | 285 (aus D-Mark umgerechnet) |
| 2005 | 510 | 1,1856 US-Dollar je Euro | 430 |
| 2015 | 1.076 | 1,0877 US-Dollar je Euro | 989 |
| 2025 | 4.309 | 1,1709 US-Dollar je Euro | 3.680 |
Die Rendite pro Jahr ergibt sich aus (Endpreis ÷ Startpreis) hoch (1 ÷ Jahre) minus 1. Beispiel 20 Jahre in US-Dollar: 4.309 ÷ 510 = 8,45; die 20. Wurzel daraus ist 1,113 – also 11,3 % pro Jahr. Monatsdurchschnitte glätten Ausschläge. Wer mit Tagesschlusskursen rechnet, kommt auf etwas andere Werte: Für 2025 ergibt unsere Methode +62,7 %, der World Gold Council nennt +67 %.
Gold-Rendite über 10, 20, 30 und 50 Jahre – nominal und real
Alle Werte pro Jahr, jeweils von Dezember bis Dezember 2025. „Real“ heißt: nach Abzug der Inflation.
| Zeitraum | Gold in US-Dollar | Inflation USA | real in US-Dollar | Gold in Euro | Inflation Deutschland | real in Euro |
|---|
| 10 Jahre (2015–2025) | 14,9 % | 3,2 % | 11,3 % | 14,0 % | 2,7 % | 11,1 % |
| 20 Jahre (2005–2025) | 11,3 % | 2,5 % | 8,5 % | 11,3 % | 2,0 % | 9,1 % |
| 30 Jahre (1995–2025) | 8,4 % | 2,5 % | 5,7 % | 8,9 % | 1,8 % | 6,9 % |
| 50 Jahre (1975–2025) | 7,1 % | 3,6 % | 3,4 % | 6,1 % | 2,3 % | 3,8 % |
Eigene Berechnung aus den oben genannten Quellen.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Je kürzer der Zeitraum, desto höher die Rendite – weil die Rekordjahre 2024 und 2025 in einem Zehnjahreszeitraum viel schwerer wiegen als in 50 Jahren. Zweitens: In Euro war die 50-Jahres-Rendite niedriger als in Dollar. Die D-Mark und später der Euro haben gegenüber dem Dollar seit 1975 deutlich an Wert gewonnen, das hat den Goldgewinn für deutsche Anleger geschmälert. Über 30 Jahre war es umgekehrt. Wechselkurse können die Gold-Rendite also spürbar verschieben.
Warum hängt die Gold-Rendite so stark vom Zeitpunkt ab?
Weil Gold in langen Wellen läuft. Wir haben alle Zehnjahreszeiträume von Dezember 1971 bis Dezember 2025 durchgerechnet (Kauf im Dezember, Verkauf zehn Jahre später). Von 45 solchen Zeiträumen endeten 12 mit einem Verlust.
| Kauf (Dezember) | Verkauf (Dezember) | Rendite pro Jahr in US-Dollar |
|---|
| 1971 | 1981 | +25,3 % (bester Zeitraum) |
| 1980 | 1990 | −3,5 % |
| 1987 | 1997 | −5,1 % (schlechtester Zeitraum) |
| 2001 | 2011 | +19,5 % |
| 2011 | 2021 | +0,9 % |
| 2015 | 2025 | +14,9 % |
Eigene Berechnung mit Weltbank-Daten.
Zwischen dem besten und dem schlechtesten Jahrzehnt liegen gut 30 Prozentpunkte pro Jahr. Auch 2026 zeigt, wie schnell sich das Bild dreht: Am 25. September 2026 stand Gold bei 4.282,73 US-Dollar (Trading Economics) – knapp unter dem Dezember-Schnitt 2025 und rund 24 % unter dem Rekord vom Januar. Wer zum Rekord gekauft hat, liegt deutlich im Minus. Warum der Preis so reagiert, erklärt der Artikel zur Goldpreis-Prognose.
Die langen Durststrecken: 1980 bis 2001 und 2011 bis 2015
1980 bis 2001: Im Januar 1980 lag der Monatsdurchschnitt laut Weltbank bei 675 US-Dollar, kurzzeitig kostete Gold sogar 850 US-Dollar. Bis Juli 1999 fiel der Monatsschnitt auf 256 US-Dollar, ein Minus von 62 %. Bis Ende 2001 lag er kaum höher. Über den Wert vom Januar 1980 kam der Monatsdurchschnitt erst im April 2007 – 27 Jahre später. Inflationsbereinigt gab es laut LBMA erst im April 2025 wieder ein neues Hoch.
2011 bis 2015: Im September 2011 erreichte der Monatsschnitt 1.772 US-Dollar, im Dezember 2015 waren es 1.076 US-Dollar – 39 % weniger. Höher als im September 2011 lag der Monatsschnitt erst im Juli 2020 wieder, fast neun Jahre später.
Solche Phasen sind der eigentliche Test. Ein Durchschnitt von 7 % pro Jahr hilft dir wenig, wenn du nach zehn Jahren verkaufen musst und genau in einer dieser Phasen steckst.
Gold oder Aktien: Was hat mehr gebracht?
Auch hier entscheidet der Zeitraum. Der MSCI World, ein Index mit rund 1.300 Aktien aus 23 Industrieländern, hat laut MSCI-Factsheet vom 31. August 2026 folgende Jahresrenditen erzielt (in US-Dollar, mit Dividenden). Daraus haben wir die Durchschnittswerte berechnet:
| Zeitraum | MSCI World pro Jahr | Gold pro Jahr |
|---|
| 2016–2023 (8 Jahre) | 10,9 % | 8,2 % |
| 2016–2025 (10 Jahre) | 12,7 % | 14,9 % |
| Ende 1987 bis August 2026 | 9,08 % (laut MSCI) | 5,7 % (eigene Rechnung, Monatsschnitt) |
Bis Ende 2023 lagen Aktien vorn, erst die zwei Rekordjahre von Gold haben das Bild für zehn Jahre gedreht. Über fast 40 Jahre brachte der MSCI World deutlich mehr – ein Teil davon sind Dividenden, die Gold nicht zahlt. Beide können tief fallen: Den größten Rückgang des MSCI World gibt MSCI mit 57,46 % an (Oktober 2007 bis März 2009), bei Gold waren es von 1980 bis 1999 im Monatsschnitt 62 %.
Was du wissen musst, bevor du mit Gold-Renditen planst
- Ein Durchschnitt ist kein Weg. 7 % pro Jahr über 50 Jahre bedeuten nicht, dass jedes Jahrzehnt 7 % bringt. Es gab Jahrzehnte mit Verlust.
- Deine Rendite ist niedriger als die Tabelle. Die Werte sind reine Preisänderungen. Kauf- und Verkaufsspanne, Lagerung, Depotgebühren und gegebenenfalls Steuern gehen davon ab. Welche Kosten bei Barren, Münzen und ETCs anfallen, steht im Artikel In Gold investieren – sinnvoll oder nicht?.
- Rechne in Euro. Für dich zählt der Preis in Euro. Der Wechselkurs kann Gewinne vergrößern oder auffressen.
- Die letzten zehn Jahre sind kein Maßstab. 14,9 % pro Jahr beruhen stark auf 2024 und 2025. Wer daraus die nächsten zehn Jahre ableitet, schreibt eine Ausnahme fort.
- Nicht für Geld, das du bald brauchst. Wenn du in drei oder fünf Jahren über das Geld verfügen musst, kann Gold dann gerade in einer Durststrecke stecken.
Kaufen und halten oder aktiv handeln?
Alle Zahlen oben gelten für eine einzige Strategie: Gold kaufen und liegen lassen. Die Rendite kommt dann allein daher, dass der Preis über viele Jahre steigt – oder eben nicht.
Aktives Trading ist etwas anderes. GOLD MaXx ist eine automatisierte, regelbasierte Strategie, die auf deinem eigenen Brokerkonto kurzfristige Kursbewegungen von Gold (XAUUSD) handelt. Ob Gold über zehn Jahre steigt, spielt dafür eine kleinere Rolle als die Bewegungen innerhalb von Stunden und Tagen. Das ist ein anderes Risiko: Auch in einem starken Goldjahr kann eine Handelsstrategie Verluste machen, und in einem schwachen Jahr kann sie Gewinne erzielen – oder ebenfalls verlieren. Welche Risiken du damit trägst, steht auf der Seite Risiken, die bisherigen Tages-, Wochen- und Monatsberichte findest du unter Ergebnisse.
Nimm den heutigen Goldpreis in Euro als gedachten Kaufkurs und frag dich ehrlich, ob du zehn Jahre ohne Gewinn durchhalten würdest – wenn nicht, halte deinen Goldanteil klein.