Was ist eine Gewinnbeteiligung bei einem Trading-Bot?
Bei einer Gewinnbeteiligung, oft Performance Fee genannt, bezahlst du den Anbieter eines Trading-Bots nicht mit einem festen Betrag, sondern mit einem Anteil am Gewinn, den der Bot auf deinem Konto erzielt. Verdient der Bot nichts, zahlst du nichts. Ob das Modell fair ist, entscheidet aber weniger der Prozentsatz als zwei Details, die gern im Kleingedruckten stehen: Gibt es eine Höchststand-Regel, auf Englisch High-Water-Mark? Und in welchem Zeitraum wird abgerechnet? Ohne Höchststand-Regel kann es passieren, dass du nach einem Verlust für denselben Gewinn zweimal zahlst. Das Rechenbeispiel weiter unten zeigt, wie schnell das geht.
Welche Kostenmodelle gibt es bei Trading-Bots?
Bot-Anbieter verdienen ihr Geld auf vier typische Arten. Jede setzt einen anderen Anreiz, und genau der ist für dich interessant.
| Modell | So zahlst du | Was in einer Verlustphase anfällt | Woran der Anbieter verdient | Worauf du achten solltest |
|---|
| Fixgebühr oder Abo | fester Betrag pro Monat oder Jahr | die volle Gebühr | an möglichst vielen zahlenden Kunden | Kündigungsfrist, automatische Verlängerung, Gebühr im Verhältnis zu deinem Kapital |
| Gewinnbeteiligung | Prozentsatz vom Gewinn | nichts, wenn eine Höchststand-Regel gilt | an Gewinnen auf deinem Konto | Höchststand-Regel, Abrechnungszeitraum, Gewinn vor oder nach Handelskosten |
| Spread-Aufschlag oder Kommission | Aufschlag auf jeden Trade, meist über den Broker | Kosten bei jedem Trade, auch bei Verlust-Trades | an möglichst vielen Trades | Handelshäufigkeit, Summe der Kosten in der Kontohistorie |
| Lizenzkauf | einmaliger Kaufpreis für die Software | nichts mehr, der Kaufpreis ist ausgegeben | am Verkauf, nicht an deinem Ergebnis | Updates, Support, laufende Kosten für Rechner oder Server |
Oft werden die Modelle kombiniert, etwa ein Abo mit zusätzlicher Gewinnbeteiligung. Die BaFin beschreibt diese Kostenarten für das Social Trading: eine Gebühr je ausgeführter Order, direkt oder über den Spread, dazu produktabhängige Kosten und bei manchen Anbietern Performancegebühren, wenn bestimmte Renditeziele erreicht werden.
Besonders beim Aufschlag pro Trade lohnt ein zweiter Blick. Der Anbieter verdient dann an jeder Order, egal ob sie Gewinn oder Verlust bringt. Die französische Finanzaufsicht AMF weist in einem Beitrag mit dem Institut national de la consommation darauf hin, dass ein Trader Provisionen auf deine Geschäfte erhalten kann und deshalb ein Interesse daran haben könnte, dich zu mehr Einsatz zu drängen.
Was ist die Höchststand-Regel (High-Water-Mark)?
Die Höchststand-Regel legt fest: Die Gewinnbeteiligung wird nur auf den Teil des Kontostands berechnet, der über dem bisher höchsten abgerechneten Stand liegt. Fällt das Konto, muss es den Verlust erst aufholen. Bis dahin fällt keine Beteiligung an.
Das Prinzip stammt aus der Fondswelt. Die EU-Wertpapieraufsicht ESMA definiert in ihren Leitlinien zur erfolgsabhängigen Vergütung in OGAW und bestimmten Arten von AIF (ESMA34-39-992) die High-Water-Mark als höchsten Nettoinventarwert pro Anteil. Beim HWM-Modell darf eine erfolgsabhängige Vergütung nur berechnet werden, wenn ein neuer Höchststand erreicht wird. Allgemein sollen Verluste aus dem Referenzzeitraum ausgeglichen sein, bevor eine Vergütung zahlbar wird. Die BaFin wendet diese Leitlinien laut der Übersicht der ESMA zur Umsetzung an.
Auch bei Hedgefonds ist die Regel üblich. Die Finanzmathematiker Paolo Guasoni und Jan Obłój schreiben in ihrer Studie zu Hedgefonds-Gebühren, dass Performance Fees dort nur gezahlt werden, wenn der Fonds sein bisheriges Maximum übertrifft. Als verbreitetstes Modell nennen sie „Two and Twenty“: 2 % Verwaltungsgebühr pro Jahr auf das Vermögen plus 20 % vom Gewinn.
Wichtig: Die ESMA-Leitlinien gelten für Investmentfonds, nicht für Trading-Bots. Ein Bot-Anbieter muss sich nicht daran halten. Als Maßstab dafür, was als fair gilt, taugen sie trotzdem.
Rechenbeispiel: mit und ohne Höchststand-Regel
Rechenbeispiel mit ausgedachten Werten, nachgerechnet mit Python: Du startest mit 1.000 USD, abgerechnet wird monatlich, der Anbieter bekommt 30 % vom Gewinn. Zur Vereinfachung wird die Beteiligung getrennt bezahlt und nicht vom Konto abgezogen.
| Monat | Kontostand am Monatsende | Beteiligung mit Höchststand-Regel | Beteiligung ohne Höchststand-Regel |
|---|
| Start | 1.000 USD | – | – |
| 1 | 1.100 USD | 30 USD (auf 100 USD über 1.000 USD) | 30 USD (auf +100 USD) |
| 2 | 900 USD | 0 USD | 0 USD |
| 3 | 1.050 USD | 0 USD (unter dem Höchststand von 1.100 USD) | 45 USD (auf +150 USD) |
| 4 | 1.200 USD | 30 USD (auf 100 USD über 1.100 USD) | 45 USD (auf +150 USD) |
| Summe | 200 USD Gewinn | 60 USD | 120 USD |
Mit Höchststand-Regel zahlst du 60 USD, also genau 30 % deines tatsächlichen Gewinns von 200 USD. Ohne Regel zahlst du 120 USD, das sind 60 % deines Gewinns und damit das Doppelte. Der Grund: Den Rückgang in Monat 2 musste das Konto in den Monaten 3 und 4 erst wieder aufholen, und genau diese Erholung wird ohne Höchststand-Regel ein zweites Mal abgerechnet. Je stärker ein Konto schwankt, desto größer wird der Unterschied.
Warum der Abrechnungszeitraum zählt
Auch mit Höchststand-Regel gibt es Stellschrauben, an denen ein Modell unfair werden kann.
- Häufige Abrechnung. Wird wöchentlich oder monatlich abgerechnet, zahlst du auf Gewinne, bevor klar ist, ob sie Bestand haben. Eine gezahlte Beteiligung bekommst du nach einem späteren Verlust nicht zurück. Die Höchststand-Regel verhindert nur, dass du den Wiederaufstieg noch einmal bezahlst.
- Zurückgesetzter Höchststand. Manche Modelle setzen den Höchststand etwa zum Jahresbeginn auf den aktuellen Kontostand. Nach einem Verlustjahr zahlst du dann schon auf die Erholung wieder Beteiligung. Bei Fonds verlangt die ESMA deshalb: Ist der Referenzzeitraum kürzer als die Lebensdauer des Fonds, soll er mindestens fünf Jahre auf fortlaufender Basis betragen, und ausgezahlt wird dann höchstens einmal jährlich (Leitlinien ESMA34-39-992, Randnummern 32, 33 und 41).
- Ein- und Auszahlungen. Eine Einzahlung ist kein Gewinn. Frag, wie der Anbieter Einzahlungen und Auszahlungen aus der Berechnung herausrechnet und wie sich eine Auszahlung auf den Höchststand auswirkt.
Woran du ein faires Modell erkennst
Diese sechs Fragen sollte dir jeder Anbieter schriftlich beantworten können:
- Gibt es eine Höchststand-Regel, und wo steht sie?
- Wird der Höchststand jemals zurückgesetzt, etwa zum Jahres- oder Monatswechsel?
- In welchem Rhythmus wird abgerechnet, und wie wird die Beteiligung eingezogen?
- Bezieht sich der Prozentsatz auf den Gewinn nach Spreads, Kommissionen und Übernachtgebühren?
- Wie werden Ein- und Auszahlungen berücksichtigt?
- Kommen weitere Kosten dazu, etwa Einrichtung, Abo oder Aufschläge?
Ein guter Test ist ein konkretes Rechenbeispiel. Fonds sollen laut ESMA im Prospekt solche Beispiele zeigen, damit Anleger das Modell verstehen. Verlange dasselbe von einem Bot-Anbieter.
Eine Einschränkung gilt für jede Gewinnbeteiligung: Der Anbieter verdient an Gewinnen mit, Verluste trägst du allein. Die ESMA fordert für Fonds deshalb, dass ein Vergütungsmodell dem Verwalter keinen Anreiz zu übermäßigen Risiken geben soll. Achte also nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die Schwankungen des Kontos. Wie du dafür Kennzahlen wie den Drawdown liest und ob gezeigte Ergebnisse vor oder nach Beteiligung gerechnet sind, erklärt der Artikel Backtest oder Live-Ergebnis?.
Wie GOLD MaXx die Gewinnbeteiligung regelt
GOLD MaXx verlangt keine monatliche Grundgebühr. Vom erwirtschafteten Gewinn erhältst du 70 %, GOLD MaXx 30 %. Über das Empfehlungsmodell verschiebt sich die Aufteilung zu deinen Gunsten. Die letzte Spalte ist ein Rechenbeispiel.
| Empfehlungen | Dein Anteil | Anteil GOLD MaXx | Von 10 USD neuem Gewinn bleiben dir |
|---|
| Start, ohne Empfehlungen | 70 % | 30 % | 7 USD |
| 10 vermittelte Personen | 80 % | 20 % | 8 USD |
| 20 vermittelte Personen | 90 % | 10 % | 9 USD |
| 30 vermittelte Personen | 100 % | 0 % | 10 USD |
Es gilt eine Höchststand-Regel: Die Beteiligung fällt nur auf neue Gewinne über dem vorherigen Kontohöchststand an. Beispiel: Du startest mit 100 USD, das Konto fällt auf 80 USD und steigt wieder auf 88 USD. Dafür fällt keine Beteiligung an. Erst Gewinne über 100 USD werden aufgeteilt. Steigt das Konto im Rechenbeispiel weiter auf 110 USD, werden 10 USD aufgeteilt: 7 USD für dich, 3 USD für GOLD MaXx.
Den Abrechnungsrhythmus und die genauen Voraussetzungen des Empfehlungsmodells lässt du dir am besten in der Telegram-Community erklären. Und auch hier gilt: Eine Gewinnbeteiligung sagt nichts darüber, ob überhaupt Gewinne entstehen. Verluste sind möglich, was im schlechten Fall passieren kann, steht unter Risiko.
Für wen sich ein Modell mit Gewinnbeteiligung nicht lohnt
- Wenn du viel Kapital einsetzt und die Technik selbst betreiben kannst. Bei großen Beträgen und guten Ergebnissen kann eine feste Lizenz rechnerisch günstiger sein. Dafür trägst du Installation, Server und Updates selbst.
- Wenn du deine Abrechnung nicht nachrechnen willst. Du solltest Kontostand, Höchststand und Beteiligung jederzeit selbst nachvollziehen können. Wer das nicht möchte, merkt Fehler nicht.
- Wenn du einen planbaren Ertrag suchst. „Keine Grundgebühr“ sagt nichts darüber, ob am Ende etwas übrig bleibt. Wer feste Zinsen braucht, ist mit Tagesgeld besser bedient, wer langfristig breit gestreut sparen will, mit einem ETF-Sparplan.
- Wenn du „keine Grundgebühr“ mit „kostenlos“ verwechselst. Handelskosten des Brokers wie der Spread fallen bei jedem Bot zusätzlich an.
Wie die Aufteilung bei GOLD MaXx für deinen Kontostand aussieht, zeigt der Gewinnaufteilungs-Rechner.
Leg die sechs Fragen oben neben das Angebot, das dich interessiert, und lass dir die Antworten schriftlich geben, bevor du ein Konto verbindest.